Das Wetter ist seit Wochen in den deutschen Medien in aller Munde. Hier keine Bahnen, da keine Flieger. Und vor allem: Viel viel Schnee. Zum Glück liegt der Schnee in Deutschland in den weiten Teilen nicht so hoch wie auf der Insel Bornholm, wo gleich mehrere Radlader sich durch mehrere Meter hohe Schneeberge quälen.

In Berlin gibt es auch Schneeberge – allerdings nur künstliche, die durch das Beiseiteschieben entstanden sind. (more…)

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Schweden sind weitgehend gläubige Menschen. Und sie zahlen fast alles mit ihrer Kreditkarte. Doch was ich in einer schwedischen Kirche gesehen habe, ließ mich dann doch etwas verwundern. Einen Kollektomaten. Die Kollekte wird ganz bequem über die Kreditkarte abgerechnet. Sogar den Verwendungszweck der Kollekte kann der Kirchgänger festlegen. Damit hat der Klingelbeutel ausgedieht. Bis wir so etwas in deutschen Kirchen sehen, dürfte aber noch etwas Zeit vergehen. Schließig sind Kreditkarten in Deutschland jenseits des Internet alles andere als ein gängiges Zahlungsmittel.

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Seit heute und noch mehr als eine Woche findet in Berlin das Gauklerfest statt. Statt wie sonst in den schönen Gassen rund um das Opernpalais findet die Veranstaltung dieses Jahr einige Meter weiter auf dem Schinkelplatz statt. Leider geht dadurch auch viel Flair verloren. Doch für die in Berlin fast nicht zu vermeidenden Bauarbeiten am Opernpalais können die Veranstalter nichts.

Wer den Platz betritt sieht sich links mit einigen einsam stehenden Verkaufsständen mit Schmuck, (more…)

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Berlin tut viel für seine Radfahrer. Gut, die Fahrradmitnahme in der Bahn muss seit einigen Jahren bezahlt werden, im kommenden Jahr wird die Fahrradkarte auch mal wieder teurer. Dennoch macht es eigentlich Spaß, durch die Stadt zu fahren. Man sieht Straßenviertel und Wege, die man mit einem Auto oder den öffentlichen nie gesehen hätte – und man sieht es mit angenehmer Geschwindigkeit, wenn man nicht wie ein Verrückter ins Pedal tritt.

Was macht Berlin aber nun für seine Radfahrer? Radspuren. Die Radfahrer werden von den Geh- und Radwegen verbannt und auf den Straßen werden eigene Spuren für Radfahrer angelegt. Das scheint sinnvoll. Denn Fußgänger treten oft völlig unbedacht auf die Radwege, denken sie gehören zum Bürgersteig und sind dann schneller als man als Radfahrer reagieren kann, vor dem Rad. Fährt der Radfahrer aber nun normal auf der Straße, so ist sein Problem, dass er genau so ein Opfer in der Verkehrsnahrungskette wird. Autofahrer, vor allem aber Busse und LKWs drängen den Radfahrer ab oder fahren haarscharf an ihm vorbei. Die Radspuren sollen das verhindern.

Die neuen Spuren sind gefühlt mehr als einen Meter breit. Der Platz wurde den Autofahrern von den Fahrspuren genommen. Doch als Fahrradfahrer fühl man sich halbwegs sicher auf dieser Spur. Sofern man sie denn befahren kann. Denn immer öfter ist zu beobachten, dass die Autofahrer sich ihre verlorenen Flächen zurckholen. Nicht als Fahrspur. Im Gegenteil: Als Parkplatz. Jüngstes Beispiel: In den vergangenen Tagen wurde die Kreuzung Stromstraße/Alt-Moabit mit Radspuren ausgestattet. Die Autofahrer sehen das als willkommene Einladung zum Parken – unabhängig von aufgestellten Parkverbotsschildern und absolutem Halteverbot.

Für den Radfahrer bedeutet das: Ausweichen auf die Straße und sich wieder auf die Wege von Auto, LKW und Bus begeben – und damit mitunter in Lebensgefahr. Hier ist die Stadt Berlin gefragt: Nicht nur Radspuren einrichten und Schilder aufstellen, sondern die Verbote auch durchsetzen. Das ist auch gut für die Stadtkasse – und die Konjunktur, sofern man direkt auch noch abschleppen lassen würde.

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Vuvuzela. .. Uwe Seeler verstanden bis vor einigen Tagen viele bei dem Begriff, der die WM-Tröten beschreibt. Ja, sie sind nett und witzig bei ner privaten WM Party. Doch jetzt, nach dem ersten Tag der WM in Südafrika sind viele einer Meinung: Das Ding nervt.

Statt wie gewohnt hinter der Stimme des Kommentators Schlachtenbummler und Fangesänge zu hören, gibt es nur getröte. Jegliche Stimmung im Stadion geht unter. Dass die FIFA der Nerv-Tröte in den Stadien den Stecker zieht, darf aber bezweifelt werden. Es könnte missverstanden werden. Also müssen wir uns wohl damit abfinden in den kommenden vier Wochen. Und hoffen, dass es nicht ab August auch bei der Bundesliga so klingt.



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Es war ein recht nachrichtenintensiver Tag, der sicher in den nächsten Wochen und Monaten auftauchen wird. Nicht, weil es Tag zwei Nach Lenas Sieg ist. Lena und Raab waren zwar bis mittags das Thema Nummer 1, wurden jedoch sprichwörtlich ein wenig von den Israelis (die Lena keine Punkte gaben) torpediert. Die israelische Arme griff Schiffe an, die nach Gaza Hilfslieferungen bringen wollten. An Bord auch der schwedische Autor Henning Mankell. Sein Verbleib ist aktuell ungewiss, letzten Meldungen zufolge geht es ihm gut, er wird aber von den Israelis festgehalten.

Um zwei Uhr platzte dann aber die Bombe, die den restlichen Tag dieses letzten Mai-Tages mit grauenvollem Wetter nachrichtentechnisch verändern sollte. Das erste Mal in der deutschen Geschichte trat ein Bundespräsident zurück. Horst Köhler empfand, dass Politiker und Medien dem Staatsoberhaupt zu wenig Respekt entgegenbrachten – und ging. Nun hat die Bundesregierung neben Euro und schlechter Wirtschaft neue Sorgen: Binnen 30 Tagen muss ein Nachfolger her, gewählt von der Bundesversammlung, deren Mitglieder erst einmal bestimmt werden müssen. Aber noch gibt es keine Kandidaten. Sicher ist: Lena wird es wohl nicht, Raab wird auch keinen Präsidenten für Berlin suchen. Und Köhler wird Lena kein Bundesverdienstkreuz mehr verleihen.

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Mit den BILD-Leserreportern hat der Springer-Konzern vor einigen Jahren einen neuen Trend kreiert, der Medien wie Twitter & Co. um einiges voraus war. Wer unterwegs etwas Interessantes sieht, soll dies an die BILD senden, die dieses dann ggf. veröffentlicht. Dass dieses nicht immer mit der notwendigen journalistischen Sorgfalt geschieht, die man von einem derartigen Massenmedium wie der BILD-Zeitung erwarten sollte, steht dabei auf einem anderen Blatt.

Jetzt geht die BILD sogar noch einen Schritt weiter und beginnt, Journalisten gänzlich überflüssig zu machen. Denn Gerichts-Berichterstattung soll künftig von Hobby-Gerichtsreportern erledigt werden. Im Springer-Blatt Berliner Morgenpost sucht das Blatt heute per Anzeige noch Hobby-Gerichtsreportern. Sie sollen öffentliche Verhandlungen verfolgen und protokollieren und die Ergebnisse dann in die Redaktion schicken. Wie fähig die Leute vor Ort sind, scheint Springer dabei egal zu sein: “Juristische Grundkenntnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend notwendig”, heißt es in der Anzeige, die einen nicht unerheblichen Teil der Morgenpost-Zeitungsseite einnimmt.

Dieser Schritt ist durchaus fragwürdig. Denn selbst, wenn aus den per Steno protokollierten Ergebnissen in der Redaktion ein Journalist einen Text baut, so wird dieser nicht die gleiche Qualität haben, als wäre der Redakteur selbst vor Ort gewesen, hätte seine Eindrücke und die Emotionen eingesammelt. So gesehen, bräuchte es dann niemanden mehr, der außerhalb einer Redaktion tätig ist. X-beliebige Leute schicken ihre Stichworte in die Redaktion, ein Redakteur, der die Schreibe beherrscht, bastelt daraus einen Text und dieser geht in die Veröffentlichung. Ein durchaus bedenklicher Schritt  und die Abkehr vom Journalismus. Diesen konnte man aber ohnehin bei der BILD bislang in vielen Fällen nicht erwarten, wie beispielsweise der BILDblog immer wieder deutlich macht.

BILD sucht Hobby-Gerichtsreporter

BILD sucht Hobby-Gerichtsreporter

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Mehr als 6.000 Taxen warten in Berlin auf ihre Fahrgäste. Immerhin müssen sich 566 Leute dieser 3,4 Millionen-Stadt ein Taxi teilen. Doch wie viele fahren wirklich mit dem Taxi? Aus Kostengründen deutlich weniger. Wie groß die Anzahl der Taxen in Berlin aber wirklich ist, ist mir vor einigen Tagen auf einer stark befahrenen Straße in Richtung (noch) Flughafen Tegel aufgefallen. Es war eine Straßenkreuzung, die Hauptstraßen zweispurig, Nebenstraßen einspurig. Alleine vor den roten Ampeln warteten pro Fahrtrichtung jeweils vier Taxen. Nachdem sie grün hatten und weg fuhren, folgen direkt die nächsten Taxen, so dass binnen weniger Sekunden etwa zehn bis 15 Taxen an mir vorbei fuhren. Privatwagen hingegen passierten die Kreuzung kaum.

Aber wehe, man braucht eines dieser hier in Berlin immer noch elfenbeinfarbenden Autos. Dann sieht es oft schlecht aus. Vor einigen Wochen lies mich die BVG auf meinem Weg zum Hauptbahnhof im Stich, mein Zug drohte, wegzufahren. Alle Taxen, die an mir vorbei fuhren, waren voll. Auf die letzte Minute erreichte ich meinen Zug noch, dank eines Taxlers, der in der Gegenrichtung fuhr und sah, dass seine Kollegen nicht anhielten. Und auch, wer dank verspäteter Flieger ziemlich spät am Flughafen ankommt, sieht ohne BVG und ohne Taxi erst mal dumm aus. In der Situation ist man mit seinem “Glück” aber nicht alleine. Immerhin wollen noch einige andere Leute aus dem Flieger nach Hause. Da kommen Fahrgemeinschaften wieder in Mode. Denn von den 6.000 Taxen stehen nicht alle gleichzeitig am Flughafen – schon gar nicht, wenn dieser eigentlich geschlossen ist.

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Wer auf seiner Arbeit eine der legendären Teeküchen nutzen kann und vielleicht sogar noch einen Kühlschrank hat, kennt das Problem der immer wieder verschwindenden Lebensmittel. Klugerweise beschriftet man diese und hofft, dass die Kollegen keinen Diebstahl begehen.

Doch während die Tupperschale mit einem Post-it und der Joghurtbecker direkt per Edding beschrieben werden kann, scheitern alle Techniken bei Lebensmitteln wie einer Gurke. Als ich die Tage in unseren Redaktionskühlschrank geschaut habe, musste ich innerlich doch den Hut vor einer Kollegin ziehen, die es geschafft hat, auch einer Gurke ein Namenskürzel zu verpassen. Dazu brauchte sie nur das Innenleben einer Küchenrolle: Sie stülpte die Papprolle wie ein Kondom über die Gurke, Kürzel drauf, fertig.

Jetzt muss sie nur noch dran denken, die Gurke auch zu essen, bevor die Gurke die Kollegen freundlich mit einem Lächeln begrüßt. Aber das ist ein anderes Thema…

Wenn der DSL-Provider zu Hause ausfällt, ist das nicht soooo dramatisch. Mit dem Griff zum Handy kommt der Internet-Junkie trotzdem ins Internet. Ganz anders sieht das aus, wenn das Internet selbst ausfällt. Ja, das geht. Wie wir heute gesehen haben.

Ausgefallen sind die Nameserver der DeNIC. Das sind Rechner, die wissen, zu welchem Internetserver sie einen Surfer schicken sollen, ruft dieser eine Domain auf. Fällt dieser zentrale Rechner aus, ist keine Zuordnung mehr möglich, hat nicht der eigene Internetanbieter noch eine Kopie dieses Eintrags. Da aber genau diese zentralen Server heute ausgefallen sind, führte das Surfen und Versenden von Mails heute oftmals zu Fehlermeldungen. Auch das Wechseln des Zugangs half nur bedingt, wenn nicht zufällig der Zweitanbieter noch eine entsprechende Kopie des Eintrags hatte.

Mit einem Schlag war also heute das Internet lahmgelegt. Betroffen waren immerhin nur Adresse, die mit .de enden. Das sind aber so viele, dass es schon ein bedeutender Ausfall ist. Sogar in die Nachrichtensendungen deutscher Radiosender hat es diese Nachricht geschafft. Dieser kurze Ausfall zeigt aber, wie abhängig gerade Firmen vom Netz sind. Automatisierte IP-Technik läuft nicht mehr, Mails kommen zurück, Informationen kommen nicht an. Hier ist das improvisieren gefragt – ähnlich, als wenn  wegen Vulkanasche die Flüge in ganz Europa ausfallen.

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